Gastbeitrag: Ethische KI in der Pflege
Eine Pflegewissenschaftlerin im Gespräch über Chancen und Grenzen.
Eine Pflegewissenschaftlerin im Gespräch über Chancen und Grenzen.
Prof. Dr. Maren Vogel forscht an der Universität Witten/Herdecke zu digitalen Technologien in der Pflege. Wir haben mit ihr über Erwartungen, Enttäuschungen und realistische Einsatzfelder gesprochen.
„Am stärksten dort, wo Pflegende von Dokumentations- und Verwaltungsarbeit entlastet werden — Spracheingabe, automatische Berichte, Medikamentenabgleich. Das ist nicht spektakulär, aber es schenkt Zeit für Menschen, und genau das fehlt im Alltag.“
„Bei Robotern, die Beziehungsarbeit ersetzen sollen. Eine Pflegekraft, die Zeit für Zuwendung hat, ist durch keine Maschine zu ersetzen. Wir müssen aufpassen, dass KI nicht zum Vorwand für Personalabbau wird — das wäre das Gegenteil von Fortschritt.“
„Eine, die zwischen Technikbegeisterung und Technikfeindlichkeit eine dritte Position findet: KI als Werkzeug, das menschliche Arbeit aufwertet, statt sie zu verdrängen. Der AI Act ist ein guter Anfang, aber er muss in der Praxis mit Leben gefüllt werden — durch Tarifverträge, Schulungen und ehrliche Evaluation.“