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Gastbeitrag: Ethische KI in der Pflege

Eine Pflegewissenschaftlerin im Gespräch über Chancen und Grenzen.

Prof. Dr. Maren Vogel forscht an der Universität Witten/Herdecke zu digitalen Technologien in der Pflege. Wir haben mit ihr über Erwartungen, Enttäuschungen und realistische Einsatzfelder gesprochen.

Wo hilft KI in der Pflege heute wirklich?

„Am stärksten dort, wo Pflegende von Dokumentations- und Verwaltungs­arbeit entlastet werden — Spracheingabe, automatische Berichte, Medikamenten­abgleich. Das ist nicht spektakulär, aber es schenkt Zeit für Menschen, und genau das fehlt im Alltag.“

Wo wird zu viel versprochen?

„Bei Robotern, die Beziehungs­arbeit ersetzen sollen. Eine Pflegekraft, die Zeit für Zuwendung hat, ist durch keine Maschine zu ersetzen. Wir müssen aufpassen, dass KI nicht zum Vorwand für Personal­abbau wird — das wäre das Gegenteil von Fortschritt.“

Welche europäische Antwort wünschen Sie sich?

„Eine, die zwischen Technik­begeisterung und Technik­feindlichkeit eine dritte Position findet: KI als Werkzeug, das menschliche Arbeit aufwertet, statt sie zu verdrängen. Der AI Act ist ein guter Anfang, aber er muss in der Praxis mit Leben gefüllt werden — durch Tarifverträge, Schulungen und ehrliche Evaluation.“